Fragmente einer anderen Realität: Teil II

Das hier ist der Versuch, Teil Zwei meiner Serie zu rekonstruieren. Als ich ihn das erste mal geschrieben habe, ist er sehr gut geworden und ich weiß nicht, ob ich das noch einmal so hinbekomme.

Leipzig, 26. März 2019

Der Krieg ist verloren, die Engländer patrouillieren an der Oberfläche. Im Bunker des großen Führers brennt noch Licht. Er starrt wie gebannt auf ein Radio, in dem Gotye läuft. Wer hätte gedacht, dass die große sozialistische Revolution so scheitert? Es klopft an der Tür, ein einfacher Soldat nimmt die Instruktionen der Engländer entgegen, marschiert zum großen Führer und überreicht sie ihm. Dann fragt er, verunsichert:

,,Genosse, was sollen wir tun?"

Der sagt nüchtern das einzig Logische, ja: das einzige, was je angemessen war:

,,Wir müssen dieses Lied vernichten! Es sorgt dafür, dass ich beginne, mich zu erinnern."

Fragmente einer anderen Realität: Teil III

,,Fragmente einer anderen Realität" ist eine Serie hier, in der ich die Träume aufschreibe, die mir kurz vor dem Einschlafen durch den Kopf gehen. Es gab bereits zwei Teile hier, aber ich Idiot habe sie aus einer Laune heraus gelöscht.

Wir befindet uns in einer Bar, alle starren auf das Fußballspiel. Alle? Nein, ich interessiere mich mehr für die Kellnerin. Was wenn ich sie anspreche?

Ich bin da immer sehr kreativ und frage sie, charmant wie immer: ,,Na, bist du öfter hier?", worauf sie mich anlächelt und sagt: ,,Nö, sonst bin ich immer im Stripclub".
Und das ist mein finanzieller Untergang! Ich habe ab dann immer Geldprobleme, gerate mit der Miete in Verzug und kann mir nicht anders helfen, als dass ich meinen Körper an ältere Frauen verkaufe, um der hübschen Kellnerin jeden Tag ein großes Trinkgeld zu machen. So lerne ich auch irgendwann ihre Mutter kennen, die mich zwar gut bezahlt, aber verschweigt, dass sie einen Mann hat. Doch der findet den Betrug heraus und verfolgt mich ab da, also packe ich meine Sachen und fahre ein letztes Mal in den Stripclub. Dunkle Wolken ziehen am Himmel zusammen, als ich die hübsche Kellnerin bitte, meine Frau zu werden und mit mir nach Dublin durch zu brennen, um ein neues Leben anzufangen. Tja: Pech gehabt, Sie hat nämlich nen Freund. Hätte ich sie das nur früher gefragt! Ich bin am Boden zerstört, doch plötzlich stürmt ihr Vater herein, bewaffnet mit einem Katana und schneidet mich in zwei Hälften.

Die Zeit vergeht ganz langsam, während mein Rumpf gleichmäßig von den Beinen gleitet. Moment mal: ist das da nicht mein Bruder, wie er Eincentmünzen in den Ausschnitt einer Stripperin steckt?

8 Uhr

Es ist der Morgen nach der Party. Die Nachbarn kommunizieren mal wieder mit Bohrmaschinen.
,,Mit wem hat die Blondine aus Nummer 5 wieder verkehrt? Warum sind in der Wohnung gegenüber die Fenster mit Alufolie verklebt? Und ist der Student von ganz oben wirklich erst um halb zwei nach Hause gekommen? Mit dem Viertel geht's bergab, das sag ich dir! Hey, weißt du, wovon ich diese Nacht geträumt habe? Ich war in einem Raum und da war eine Wand. Und ich hatte voll die fette Bohrmaschine und ganz viele Bohrer. Also habe ich den Kleinsten genommen und im regelmäßigen Abstand ein paar Löcher gemacht. Dann ist mir aufgefallen, dass ich zu kleine Löcher gebohrt habe, also habe ich einen dickeren Bohrkopf genommen und jedes Loch noch einmal gebohrt. Es war einfach nur wunderbar, ganz fantastisch, ich habe nie so ein Glück empfunden"
Der andere Nachbar ist gerade ruhig, wahrscheinlich hat er den Bohrer weg gelegt, um etwas aufzuwischen.
,,Stell dir vor, es gäbe eine Bohrmaschine, mit der man alle Probleme der Welt lösen kann. Die Welt hat Hunger? Also Bohren wir die Lager der Reichen an. Riesige Menschenmassen werden immer ärmer? Bohren wir doch die Tresore der Banken an! Ein gewaltiger Asteroid rast auf die Erde zu und wird uns alle zermatschen? Bauen wir einen Weltraumbohrer und bohren den Mist weg! Oder Bohren wir ein Loch in die Erde, sodass alles Böse einfach durch die Welt hindurch fliegt!"
Ich stelle mir gerade vor, wie eine durchbohrte Erde aussieht. An sich wäre die Form das komplette Gegenteil eines angebissenen Apfels.
,,Ich finde es ja sehr Schade, dass wir am Abend schon wieder mit dem Bohren aufhören müssen. Und das in einem eigentlich freien Land. Wer hat das eigentlich entscheiden? Und wer hat die gewählt, die das entschieden haben? Ich ja ganz bestimmt nicht. Sowas gehört abgeschafft, da müssen wir auf die Straße gehen und dagegen protestieren! Meine Mitstreiter, wollt ihr mir folgen?"
Jetzt bohren alle Nachbarn gleichzeitig. Kurz darauf hört das Bohren auf und es kommt Bewegung im Hausflur auf. Danach ist alles still. Endlich!

Gedanken

Ich laufe die Bahn entlang. Im Gegensatz zu sonst wird jeder Mensch angesehen, welcher ist Sie? Ist es die Dame mit dem karierten Mantel, die verträumt auf ihrem Handy Candy Crush spielt? Sie macht fleißig Punkte, ich werde nur nie verstehen, was Leute an diesem Spiel so toll finden. So laufe ich weiter - Da! Da sitzt noch jemand. Ein kleiner Mensch, gebeugt schaut er ängstlich aufs Smartphone. Dass muss sie sein.

Man stelle sich vor: Ich und ein Mädchen kommen nach einem Nachmittag im Caffee mit Wiskey und heißer Schokolade (und Livemusik) in Neapel in der Pension an, stellen uns ans offene Fenster unserer Ferienwohnung und blicken auf den Vesuv. Die Dämmerung hüllt den Berg in ein warmes rot, die Vögel zwitschern, der Wind weht durch unser Haar. Stellen Sie sich nun den Geruch des Kusses vor, den sie mir gibt, kurz bevor der Vesuv erbebt und eine riesige Aschewolke uns begräbt.

Danach riecht das Mädchen in der Straßenbahn. So wunderbar und doch so verheerend...

zu spät

,,Eine Minute kann ich ja noch warten, bis das Lied zu Ende ist." dachte ich mir. Doch dann viel mir ein:

Ist das nicht genau der selbe Grund weshalb ich die ganze Woche zu spät gekommen bin? Wegen dieser einen Minute? Kann das wirklich sein? 

Und schon war es eine Minute später und das nächste Lied hatte angefangen

Ach du hast es nicht rechtzeitig her geschafft!?

Lass mich raten: Du hast in deiner Wohnung rumgehangen und für die Uni gelernt, da traten Einbrecher deine Wohnungstür auf und stürmten mit einer Zuccini bewaffnet in dein Zimmer. Dann warfen sie dir Papier und Stifte hin und zwangen dich, ihnen auf zu malen, wie auf einer Uhr 8.15 aussieht. Doch du hast die Acht mit der Zwölf verwechselt, deshalb wurden sie wütend und haben dir eins mit der Zuccini rüber gebraten.
Doch du hättest es bestimmt noch pünktlich geschafft, wärst du nicht in einem dunklen, nassen Keller tief unter der Stadt neben ein paar Skeletten aufgewacht. Aber keine Angst. Ich nehme es dir nicht übel, es kann schließlich nicht jeder aus einer Socke und einer Haarklammer ein Funkgerät basteln, damit dein Freund und ich dich retten kommen.

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Hallo hier auf meiner persönlichen Homepage. Dieser Abteil hier ist so eine Art Newsfeed, wo du kurze Texte von mir lesen kannst. Diese kommen sehr unregelmäßig, immer wenn mein PC in der Nähe ist, wenn ich Ideen habe. Außerdem könnten auch kleine Zeichnungen von mir kommen, habe ich gerade beschlossen.

Falls du lieber mit "Sie" angesprochen werden willst, empfehle ich Ihnen das Lernen von Javascript, dann können Sie sämtliche "Du"s in diesem Post mit "SIE" austauschen und vielleicht entwickeln Sie sogar eine App für Smartphones und Internetbrowser und werden damit reich und berühmt bis Sie merken dass man Glück nicht mit Geld kaufen kann, sodass Sie irgendwann einsam und verbittert sind und irgendso ein Obdachloser fragt Sie dann: "Hast DU mal nen Euro?" Und Sie dann so: "Was bilden Sie sich ein, MICH zu duzen ARGHH" und dann sterben Sie an einem Herzinfarkt. Dann sind ich und alle anderen sehr traurig, doch das Leben wird noch lange, lange weiter gehen. Nur nicht für Sie versteht sich. Doch vielleicht kommt auch alles ganz anders? Sie entwickeln die App, aber niemand will sie, darüber fangen Sie an, ernsthaft zu trinken und dadurch verlieren Sie alles: Familie, Job und das kleine Häuschen Ihrer Großeltern unter den Weiden, in dem doch Ihre Kinder aufwachsen sollten. So landen Sie auf der Straße und fragen die Passanten nach nem Euro, um sich eine warme Decke für den nahenden Winter zu kaufen, doch eines Tages wird einer der Passanten wütend und regt sich auf: "Was bilden Sie sich ein, MICH zu Duzen" Und dann greift er sich an die Brust und kippt um: Herzinfakt. Anschließend wird er von der Polizei begutachtet und die kommen nun ausgerechnet auf die Erkenntnis, dass Sie, genau Sie!, ihn umgebracht haben, also landen Sie im Gefängnis, weil der Richter Ihnen lebenslänglich gegeben hat, doch wenigstens müssen Sie nicht mehr um Geld betteln und vor dem Winter sind Sie auch in Sicherheit. Vorerst. Doch vielleicht kommt auch alles ganz anders?